Tagestour Lübeck - Hamburg - Lübeck (Juli 2008, 160 km): Teil 1Cruising for ShrimppowderDas Shrimppulver war mir ausgegangen. Es stammte aus Bangkok, und in Lübeck sind Asialäden derart dünn gestreut, dass ich in Hamburg mein Glück versuchen musste, kostbaren Nachschub zu erhalten. So machte ich mich eines schönen Tages im Juli 2008 mit dem Rad auf in die große Hansestadt an der Elbe. Und wegen des Trainingseffekts am gleichen Tag wieder zurück nach Lübeck, alles in allem knapp 160 Radkilometer am Stück für ein Glas Krabbenpulver. Um es vorwegzunehmen: auch in Hamburg habe ich das leckere Gewürz nicht bekommen. Ich muss demnächst wohl nochmal hin, um in anderen Läden herumzustöbern - natürlich wieder mit dem Rad. Nachfolgend ein paar aufbereitete Notizen aus meinem Tourenbuch. |
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Km 0 - 13: Aus Lübeck herauszukommen, ist immer eine mühselige Angelegenheit. In Hamburger Richtung zieht sich die Stadt wie warmer Käse. Gerade morgens ist viel los auf den Straßen der Hansestadt, aber zum Glück gibt es fast überall Radwege. Um die radweglose B75 zu vermeiden, verlasse ich Lübeck über den wegen seiner Wohnblockbebauung und unausgewogenen sozialen Durchmischung leicht verschrieenen Stadtteil Moisling in Richtung Niendorf. Letzteres zählt noch zum Bezirk Moisling, besteht aber überwiegend aus Einfamilienhäusern und strahlt ein gewisses bürgerliches Idyll aus. Nach weiteren drei Kilometern habe ich die Stadt schließlich hinter mir gelassen und radele durch weite Raps- und sonstige Felder auf Klein Weserberg zu. Nur die nahe A1 stört ein wenig das ländliche Ambiente. |
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Km 13 - 33: Die Sonne scheint und die Landschaft ist lieblich, was will man mehr. Nach Klein Weserberg bemüht sich die Topograhie um die Ausbildung leichter Hügel. In Barnitz sind erste und für Norddeutschland recht beachtliche Steigungen zu bewältigen. In Meddewade folgt der zweite, diesmal sehr langgezogene Anstieg. Die gesamte Ortschaft zieht sich entlang einer stetig bergauf weisenden Hauptstraße. Zum Ausgleich kann ich hinter dem Ortsschild mit Tempo 40 in die ersten Stadtteile von Bad Oldesloe hineinrollen. Die Kleinstadt (ca. 25.000 EW) ist Verwaltungssitz des Landkreises Stormarn, der zwischen der kreisfreien Stadt Lübeck und Hamburg liegt.
Viel zu sehen gibt es hier nicht, allerdings kann ich ab und an einen Blick auf die Trave werfen, die grünlich durch die Stadt blubbert. Bad Oldesloe markiert zudem in etwa die Hälfte der Strecke zur Hamburger Stadtgrenze. Ortswegweiser fallen allerdings pessimistischer aus: Nach Hamburg werden 43 Kilometer ausgewiesen, während meine bisherigen Leistungen nur mit 22 Km beziffert werden. |
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Km 33 - 53: In Bad Oldesloe gerate ich auf die B75, die ab hier bis Hamburg mit einem durchgängigen Radweg gesegnet ist. Zwischen Oldesloe und Lübeck gibt es diesbezüglich noch erhebliche Lücken, was ein Umfahren der verkehrsreichen Straße ratsam macht. Bei Kilometer 40 lege ich eine erste Rast ein und esse eine öde Stulle, bevor ich gezwungen werde, den Radweg kurz zu verlassen und Neritz zu durchqueren. Zwar herrscht hier kein Verkehr, dafür besteht das komplette Kaff aus alternativlosem Kopfsteinpflaster, was für den Radler besonders erfreulich ist. Mit dem Ortsausgang erreiche ich wieder die B75, die mich durch eintöniges Agrarland langsam auf den Ballungsraum Hamburg zuführt. Nach einigen langweiligen Kilometern radele ich durch das Städtchen Bargteheide und ein wenig später durch Ahresburg, das bereits im unmittelbaren Dunstkreis Hamburgs liegt und mit knapp 30.000 Einwohner die größte Stadt des Landkreises Stormarn ist. Hier befindet sich auch das weißgetünchte Renaissanceschloss Ahrensburg, eine bekannte Sehenswürdigkeit der Stadt. |
| Km 53 - 65: Nach der Durchquerung des geschäftigen Ahrensburg geht es über die B75 schnurstracks auf Hamburg zu. Erst folgt eine weite Ackerfläche, doch an ihrem Ende sind bereits die Schornsteine der Hansestadt zu erkennen. Ziemlich genau bei Kilometer 60 erreiche ich die Stadt- und Landesgrenze. Die mit über 1,7 Millionen Einwohnern immerhin zweitgrößte Stadt der Bundesrepublik beginnt allerdings schleppend mit dem halbländlichen Stadtteil Volksdorf. Der Radweg entlang der Bundesstraße ist in einem erbärmlichen Zustand, und es rüttelt und schüttelt mich auf jedem Meter. Überhaupt scheint es hier, am Tor zum Tor zur Welt, keine gepflasterten Bürgersteige zu gegeben. Doch schnell nehmen Urbanität und Verkehrsdichte zu. Spätestens am Beginn des Stadtteils Rahlstedt haben die ländlichen Randgebiete ein Ende genommen und die Großstadt hat mich geschluckt - endlich! |
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