Tag 10: Gamleby - Söderköping (85,25 Km)Der Tag der AutobahnUm 9.30 Uhr, nach einem kurzen warmen Frühstück, ging es bei stark bewölktem Wetter auf die E 22. Wenn man sich die Straßenkarte dieses Abschnitts genau ansieht, fällt auf, dass die Europastraße die direkteste Route nach Söderköping ist. Sie auf Nebenwegen vermeiden zu wollen, würde unverhältnismäßig viele Zusatzkilometer kosten. Und wie es für KfZ-Gesellschaften nun mal üblich ist, werden die umweltbelastenden Motorfahrzeuge auf die bequeme Diretissima geleitet, während Radfahrer auf unpraktische Ausweichrouten verwiesen werden. Natürlich ist es Radfahrern erlaubt, die unschöne E 22 zu benutzen. Doch angesichts des Fahrverhaltens vieler Automobilisten und der unvermeidlichen Gewaltträchtigkeit rasender Blechhaufen verkommt diese Erlaubnis zur realitätsfernen Farce. Allerdings war die E 22 bis zur Abfahrt Valdemarsvik mit einem komfortablen Seitenstreifen ausgerüstet, der ein relativ sicheres und bequemes Radeln durch die recht hügelige Landschaft ermöglichte. Zunächst allerdings war das Wetter das weitaus unangenehmste Ärgernis. Der Himmel zeigte tristes Einheitsgrau und es blies ein recht kalter und vor allem starker Wind aus Nord - also wieder mal frontal gegen meine Fahrtrichtung. Um nicht auszukühlen zog ich meine winddichte Regenjacke an. Der Gegenwind blies oft so heftig, dass die Anstiege nur in kleinsten Gängen bewältigt werden konnten und bei Abfahrten kräftig mitgetreten werden musste. Ab dem Anschluss Valdemarsvik fiel mit der folgenden Ausbaustrecke der E 22 der Seitenstreifen dem Wunsch nach dichterem und schnellerem Autoverkehr zum Opfer. Und damit auch die Sicherheit der Radfahrer. Fortan wechselten sich ein- und zweispurige Streckenführungen ab. Ging es zweispurig in eine Richtung, blieben mir gerade wenige Handbreit Randstreifen. Im Gegenzug hätte ich mich über eine zusätzliche Fahrspur freuen können. Doch auch bei nicht allzu starkem Verkehrsaufkommen schien es ziemlich vielen KFZ-Fahrern den Fahrspaß zu vermiesen, wenn sie beim Überholen auf die innere Spur hätten wechseln müssen. Hinzu kam, dass es wegen des Windes oft nicht leicht war, die Spur zu halten. Während des mühsamen Pedalierens formulierte ich wieder und wieder eine Forderung: Jeder Autofahrer soll einmal jährlich während einer vergleichbaren Radfahrt sein Leben riskieren. Vielleicht lernen einige Fahrspaß-Jünger dann die Gewalt kennen, die von ihren Blechkisten ausgeht. Nach einigen unbequemen und nervigen Stunden auf der E 22 kam ich schließlich unversehrt in Söderköping an. Der erste der beiden Campingplätze lag direkt an der Hauptstraße und schied daher aus. Das erwies sich als gute Entscheidung, denn der zweite liegt etwas abseits der Stadt direkt am Götakanal. Sein recht hoher Preis (140 Skr) wird durch seine schöne Lage und sehr gute Serviceeinrichtungen gerechtfertigt. Nach einem kurzen Lebensmitteleinkauf erholte ich mich von den E 22 - Strapazen
Wetter: bewölkt mit gelegentlichen kurzen Nieselschauern. Starker, kalter Wind. |
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