Die Welt steckt voller Überraschungen - positiver wie negativer. Oft stößt man nur ganz zufällig darauf, hält inne und lässt es auf sich wirken. Viel zu schnell vergeht dieser Moment der ungeplanten Einkehr. Dann ist es hilfreich, wenn eine Kamera zur Hand ist, um das Ereignis festzuhalten.
Im Schnappschuss geht es um solche Alltagsüberraschungen; um Dinge, die einen zum Schmunzeln, Staunen oder Ärgern bringen.
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Frühkindliche Indoktrination (Kindertagesstätte St. Thomas, Marliring, September 2008 ) Je früher man Menschen an sich bindet, desto fester die Bande. Dies gilt gerade für Glaubensgemeinschaften, die ihren Kundenstamm auf diese Weise besonders nachhaltig ausbauen können. Junge Menschen, vor allem Kinder im Kindergartenalter, denken kaum über die religiösen Einflüsterungen nach, die man ihnen in konfessionellen Anstalten angedeihen lässt. Kritische Auseinandersetzung mit Glaubensdoktrinen sind nicht zu erwarten, dafür positive Identifikationen mit dem entsprechenden Weltbild. Leichte Beute also für die Seelenfischer.In aufgeklärten und säkularen Gesellschaft sollten junge Menschen erst dann über ihre Zugehörigkeit zu Glaubensgemeinschaften entscheiden, wenn sie reif genug sind, selbst darüber befinden zu können. Alles andere atmet den Mief von institutionalisierter religiöser Bevormundung, Kirchenstaat und Hirnwäsche. |
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Vorbildliche Beschilderung (St. Jürgen Ring, Lübeck, Juli 2008) Dass man Baustellen auch vernünftig beschildern kann, zeigt dieser Schnappschuss. Trotz des relativ engen verbliebenen Restweges werden Radfahrer nicht mit dem so üblichen wie sinnlosen Standardschild zum Absteigen animiert. Vielmehr sollen sich Fußgänger und Radler hier den Weg teilen, was bei ein wenig Rücksichtnahme überhaupt keine Schwierigkeiten macht. An einer weiteren Baustelle an der Hüxtertorallee wurde bei der Beschilderung ebenso verfahren. Das lässt auf ein Umdenken hoffen, denn die unsäglichen "Radfahrer absteigen"-Schilder sollten längst der Vergangenheit angehören. Baustellen lassen sich fast immer so einrichten, dass kein Verkehrsteilnehmer diskriminiert werden muss. Und bei ein wenig gegenseitiger Rücksichtnahme gibt es auch an Engestellen keine Probleme. Daher: Gratulation und weiter so! |
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Rücksichtsloser Autofahrer (Holstenstraße, Lübeck, 16. Mai 2008) Radfahrer haben es nicht leicht im Straßenverkehr. Gibt es Radwege, muss man diese nur allzu oft mit ignoranten Fußgängern und Autofahrern teilen. Letztere deuten Radwege häufig als Parkplätze für ihre blechernen CO²-Schleudern. Ein besonders dreistes Beispiel für eine solche benzinbenebelte Rücksichtslosigkeit ist auf dem aktuellen Schnappschuss zu bewundern. Wohl um sich ein paar Meter Fußweg zu ersparen, hat sich ein Mitglied der Kraftfahrfraktion mitten auf den Radstreifen der Holstenstraße gestellt. Konsequenz: Radler müssen nun entweder unter Gefahr in den fließenden KFZ-Verkehr ausweichen, oder aber, wenn dort wie auf dem Foto Busse stehen, die Räder auf den Bürgersteig heben. Offensichtlich ist bei vielen Menschen noch nicht im Hirn angekommen, dass Radwege ausgewachsene Verkehrswege sind. Man stelle sich einmal vor, ein Radler würde sein umweltfreundliches Gefährt mitten in den KFZ-Verkehr stellen. Das Hup- und Schimpfkonzert wäre noch bis zum Kaukasus zu hören. Künftig werde ich solche Schnappschüsse nicht nur auf dieser Website, sondern auch der örtlichen Verkehrspolizei präsentieren....
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Private Bespitzelung des öffentlichen Raums (Fleischhauerstr. 37, Lübeck) Wer auch immer seine Büros im Gebäude Fleischhauerstr. 37 hat - hier scheint man sich besonders unsicher und bedroht zu fühlen. So sehr bedroht, dass man eine dicke Kamera auf den Eingangsbereich gerichtet hat. Dumm, dass außer dem unmittelbaren Türbereich auch ein erheblicher Teil des Fußwegs überwacht wird. Doch dieser zählt zum öffentlichen Raum und darf gar nicht von einer privaten Kamera ausgespäht werden. Die Kamera darf also selbstredend dort nicht hängen, denn immerhin werden unzählige Passanten tagein tagaus in ihrem Persönlichkeitsrecht sowie ihrem Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt. Bisher scheint das noch niemanden so recht gestört zu haben, denn trotz ihrer Auffälligkeit ist wohl noch nichts gegen die Bespitzelung unternommen worden. Höchste Zeit also, dass hier mal was passiert! Letztlich ist die private Überwachung des öffentlichen Raums nur in äußerst engen Grenzen zulässig, die mit der Komplettfilmung des Bürgersteigs hier weit überschritten werden. Angesichts der seuchenhaften Zunahme privater Videoüberwachung und der personellen Schwäche dafür zuständiger Ordnungsbehörden muss hier die Forderung nach einem allgemeinen Verbot privater Bespitzelung der Öffentlichkeit unterstützt werden, wie sie etwa die Humanistische Union im Jahre 2004 formuliert hat. |
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Dümmliche Beschilderung (11. Januar 2008) "Radfahrer absteigen": Für den Radfahrer sind Baustellen auf Gehwegen fast immer ein Graus. Denn obwohl es meistens möglich wäre, Fußgänger und Radler gleichzeitig mit ausreichend viel Platz zu versorgen, umzäunt man das Gebuddel undurchdacht und haut dann das berüchtigte "Radfahrer absteigen"-Schild an den Zaun. So spart man sich Denk- und Planungsaufwand auf Kosten der Radler - ohne zu bedenken, dass es sich auch bei Radwegen um ausgewachsene Verkehrswege handelt. Ein besonders eklatantes Beispiel für eine solche Baustellengestaltung und -beschilderung fiel mir am 11. Januar in der Schlutuper Straße in Lübeck-Marli auf. Wie man auf dem Bild unschwer erkennt, ist ausreichend Platz für Radler und Fußgänger vorhanden. Trotzdem prangt wieder einmal das berüchtigte Schild an dem Gitter. Glaubt man denn hier allen Ernstes, dass irgend ein Radler für einen knappen Meter Baustelle vom Sattel steigt? Da ist man fast geneigt zu sagen, dass so etwas nur hauptamtlichen Benzinköppen einfallen kann. Ich habe dieser Eselei einen eigenen Thread im Radreise & Fernradler Forum (www.radreise-forum.de) gewidmet. Der Diskussionsstrang kann |
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