Tag 29: Välje - Brösarp (70,39 Km)

Militärische Sperrgebiete und liebliche Landschaften

Am Morgen war das Wetter merklich besser geworden, auch der starke Wind hatte sich weitgehend in Wohlgefallen aufgelöst. Wir tranken gemütlich Kaffee und hatten es nicht besonders eilig, loszufahren. Erst um halb elf stiegen wir auf die Räder und machten uns an unser Tagwerk. Der erste Teil der Route verlief durch angenehm flache Landschaften, gemütliche Dörfer und lies sich bestens erradeln. Die überwiegend aus Stein gebauten Häuser sahen nun nicht mehr typisch schwedisch aus, was ein deutliches Zeichen dafür war, dass wir uns im dänisch geprägten Schonen befanden. In Trolle Ljungby wunderten wir uns fast über das plötzliche Auftauchen einer idyllischen Schloßanalge.

Via Vanneberga und Gälltofta ging es nach Rinkaby, wobei militärische Übungsgelände der schwedischen Armee allgegenwärtig waren. Kleine Nebenstraßen kamen daher für uns nicht in Frage, da sie sicherlich mitten in den Kriegs-Spielplatz geführt hätten. Über die Fernstraße 118 radelten wir, sogar auf separatem Radweg, nach Åhus. Die kleine Hafenstadt begeisterte uns durch ihr schönes Stadtbild. Weniger begeistert waren wir über die zwar vorhandenen, aber irreführenden Rad-Wegweiser. Mangels Alternativen nahmen wir wieder die 118, die aber diesmal keinen Radweg mehr hatte, dafür mit massig Verkehr aufwartete. Es hätte wohl einen parallel zur Landstraße und im Wald verlaufenden Radweg gegeben. Doch dank der seltsamen Beschilderung blieb uns nur eine Ahnung davon. Bei jedem neuen Örtchen suchten wir nach einem rettenden Alternativweg zur nervigen 118. Erst in Nyehusen fanden wir eine Nebenstraße, die durch ausgedehnte Feriengebiete in einem Naturreservat an der Ostseeküste führte.

Über viele Kilometer radelten wir durch diese Erholungslandschaft, die von seichten Fichtenwäldchen und darin eingebetteten Häuschen geprägt war. Auffällig waren die vielen Verbotsschilder, die sich gegen wildes Campen richteten. Irgendwann bei Degeberga Sommarby war das Ende des Küsten-Parallelweges erreicht, der am "Ortsausgang" in ein weiteres militärisches Sperrgebiet mündete. Wir bogen nach rechts Richtung Fernstraße 19 ab und hatten bei Maglehem unangenehme Steigungen zu bewältigen. Zu allem Überdruss fing es zu nieseln an.

Nach dem Erreichen der Fernstraße 19 begann zur Unterhaltung wieder ein Stück Radeln unter Lebensgefahr, weil es keinen Seitenstreifen, aber massigen und schnellen Verkehr gab. Selbst der Cyclespåret wurde hier über die gefährliche 19 geleitet. Dass es hier keinerlei Alternativroute für Radler gab, erinnerte wieder einmal an die KFZ-Fixiertheit mancher Verkehrsplaner. Zum Glück war es nicht mehr weit bis Brösarp, wo wir in einer vorbildlich ausgestatteten Touristen-Info am kostenlosen Internet-Terminal unsere Fähre nach Travemünde buchten. Dann radelten wir über eine lange, stetig bergauf führende Straße zum gemütlichen Campingplatz von Brösarp, der in den hiesigen Sportplatz integriert war. Selbst die Mannschaftsduschen konnten wir benutzen - immer mit Blick auf die abgestellten Schuhe der Sportler. Zum Glück rochen sie nicht.


Blick zurück auf den Campingplatz von Välje



Liebliche Landschaften im nördlichen Skåne



Orientierungspause in Tosteberga



Schloß in Trolle Ljungby



Schilder mit dem Hinweis für den Cyclespåret



Schönes Stadtbild von Åhus


Wetter: Erst heiter und warm, zwischendurch bewölkt und nieselig, dann wieder heiter.
Übernachtung: CP in Brösarp. Integriert in einen Sportplatz, nette Betreiber, saubere Einrichtungen.
Gesamtkilometer: 2005,75



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