Weltuntergang mal anders
2012 ist ein Schicksalsjahr. Viel ist zwar noch nicht passiert, doch das dicke Ende kommt unweigerlich - spätestens am 21. Dezember, wenn die Welt untergeht. Irgendwann muss es ja mal vorbei sein mit all der globalen Ausbeuterei, Umweltzerstörung und Kriegstreiberei.
Sieben Milliarden Menschen teilen sich einen längst ausgelaugten Planeten und werden von der kapitalistischen Ökonomie samt ihrer aberwitzigen Wachstumsideologie gegeneinander ausgespielt. Und wer sich ein wenig mit Politik beschäftigt ahnt resigniert, dass die Lage bestenfalls als hoffnungslos zu bezeichnen ist. Die menschliche Zivilisation regrediert in Siebenmeilenstiefeln.
Doch vielleicht haben sich die Maya ein wenig verrechnet und die Welt ist schon längst untergegangen? Das zumindest wird wahrscheinlich, sobald man im TV-Programm herumzappt. Da entblöden sich zumindest nominell erwachsene Menschen in Dschungelcamps, lassen sich potenzielle Künstler in Castingshows zu willfährigen Werkzeugen der Musikindustrie verstümmeln oder huldigen Tausende faschistoiden Christenpredigern auf Bibel-TV.
Wie man es dreht und wendet - alles sieht irgendwie schlecht aus. Da mag es womöglich ein wenig tröstlich sein, dass der Jahresbeginn auch die Zeit der Reiseplanung ist. Und wohin reist man, wenn die Welt untergeht? Ganz klar: Dahin, wo man noch nie gewesen ist. Dafür ist unser Planet zum Glück groß genug. Oder dahin, wo keine anderen Artgenossen unsere Ruhe und Kontemplation stören. Doch dafür ist der Planet langsam zu klein geworden. Doofe Sache. Aber vielleicht ändert sich das ja nach dem 21. Dezember...
Frank Spatzier, Anfang Februar 2012
[Februar 2012] Ein Editorial erregt die Gemüter. Als Reaktion auf einen einseitig Radfahrer-kritischen Artikel im SPIEGEL erhob ich im Editorial der "PETT MAN SÜLM!" das Wort gegen die negative Meinungsmache gegen Radfahrer. Natürlich nicht ohne darauf hinzuweisen, wie sehr unachtsame und aggressive Autofahrer Radler tagtäglich körperlich gefährden.
Eine Sichtweise, die eigentlich ganz im Sinne des ADFC und seiner Mitglieder sein sollte. Schließlich vertritt man als Lobbyverband die Interessen der Radfahrer. Und das gerne mit deutlichen Worten und auch mal mit einem Schuss Polemik. Klappern gehört zu Handwerk, sollte man meinen. Doch nicht jedem gefiel meine Argumentation.
Eine kleine Dokumentation einer interessanten Kontroverse innerhalb eines pluralistischen Verbands.
[Dezember 2011] Zwei kleine fotografische Städtereisen im Dezember, eine davon in die westpommersche Metropole Szczecin (Stettin), die andere in die immer wieder faszinierende Bundeshauptstadt Berlin. Zwar ließ der Winter auf beiden Kurztrips auf sich warten und bescherte mir vor allem Regen, Wind und Graupelschauer anstelle von jahresendzeitlichem Schneegestöber.
Trotzdem offenbarten beide Städte gerade im nasskalten Schietwetter ein ganz besonderes Flair. Vor allem Stettin zeigte sich im Schneeregen ausgesprochen atmosphärisch. In Berlin standen dieses Mal außer dem Alexanderplatz die Stadteile Friedrichshain mit Frankfurter- und Karl-Marx-Allee sowie Kreuzbergs südöstliche Ecke um das Kottbusser Tor auf dem Programm.
[Juni / November 2011] Dieser Bericht ist die überfällige Ergänzung zur kleinen Radreise Lübeck - Berlin vom Juni 2011 (s.u). Nachdem ich Berlin erreicht hatte, quartierte ich mich eine Woche lang in einem zentral gelegenem Hotel ein und erkundete die Stadt auf dem Fahrrad. Und weil Berlin nicht gerade klein ist, kamen dabei jede Menge zusätzliche Kilometer zusammen.
Im Fokus standen dabei die Veggie Parade in Mitte, die Gropiusstadt, Treptow, Friedrichshain, Charlottenburg und natürlich Berlins ferner Osten, der Großbezirk Marzahn-Hellersdorf. Letzterer faszinierte nicht nur durch seine zum Teil schon fast sympathisch wirkenden Plattenbausiedlungen, sondern auch durch dörfliche Idylle (!).
[August 2011] Es gibt keine halben Sachen: Nachdem die R10-Tour vom April von Świnoujście nur bis Ustka führte, widmet sich diese ca. 600 Kilometer lange Radreise nun dem gesamten Polnischen Ostseeküsten-Radweg. Mit leichten Variationen und sogar dem ein oder anderen Aufenthalt an besonders interessanten Orten. Und davon gibt es viele: die Halbinsel Hel, den Slowinzischen Nationalpark bei Łeba, Darłowo mit seinem Schloss der Pommerschen Herzöge oder die Kurstadt Kołobrzeg.
Das sehenswerte Świnoujście wurde genauer unter Lupe - sprich: unter die Laufräder genommen. Enttäuscht hat dagegen die deutsche Seite Usedoms mit ihren spießig-sterilen "Kaiserbädern" und einem Ostseeradweg, der ohne Not vielerorts zum Rad-Schiebeweg umgewidmet wurde.
[Juni 2011] Mit dem Rad von Lübeck nach Berlin zu fahren ist etwas Besonderes - landschaftlich, kulturell und historisch. Da wäre zunächst einmal Mecklenburg mit seinen sanften agrarischen Weiten und seiner Seenplatte. Zwei der größten Seen Deutschlands verstecken sich hier zwischen tiefen Wäldern und malerischen Ortschaften. Aber auch die flachere Mark Brandenburg begeistert mit ihren preußischen Schlössern und Alleen. Und Berlin ist natürlich eine Klasse für sich, obwohl sich die Millionenmetropole an ihrem westlichen Rand eher dörflich bis kleinstädtisch gibt.
Diese Radreise war der Auftakt zu einer ausführlichen Erkundung Berlins mit dem Rad. Der Bericht dazu erscheint in Kürze unter der Rubrik Berliner Streifzüge.
[April / Mai 2011] Eine kurze Radreise kombiniert mit einer Städtereise der besonderen Art: Auf dem polnischen Ostseeradweg ging es von Świnoujście (Swinemünde) bis Ustka (Stolpmünde), dabei manchmal sprichwörtlich über Stock und Stein. Der R10 führte in der ruhigen Vorsaison durch so manches Idyll und durch so manches verschlafene Seebad. Polen ist eben ein wunderbares Radreiseland.
Der letzte Abschnitt war der Dreistadt gewidmet, also dem Ballungsraum Danzig, Sopot und Gdynia. Besonders Danzig habe ich auf weiten Wegen bis in die hintersten Winkel mit Rad erkundet und dabei oft einen weiten Bogen um die historische Altstadt gemacht. So schön sie auch ist - interessant wird es meistens außerhalb des Tourirummels.
[Mai 2011] Schilda ist überall. Besonders aber in Itzehoe. Dort war man fahrlässig nachlässig in der Planung einer Bahnunterführung für Radfahrer und Fußgänger. Mit dem Ergebnis, dass das fertige Bauwerk mit seiner engen Rampe im Grunde ungeeignet für den Radverkehr ist. Also wurde für letztere kurzerhand die Durchfahrt verboten.
Dumm nur, dass nun für Zweiradfahrer ein ganzer Stadtteil von der Innenstadt abgekoppelt ist, denn auf der Unterführung für den Kraftverkehr werden sie ebenso wenig geduldet. Und so guckte die umweltfreundliche Mobilität mal wieder in die Röhre. Diesmal sogar sprichwörtlich.
Nach langem Hin und Her nahm die Posse allerdings doch noch ein gutes Ende: Nach Übergabe einer Unterschriftenliste wurde die Unterführung am 9.5.2011 für Radler wieder freigegeben.
Die Website der Lübecker Band Liquid Sky
www.luebeck-vegan.de - über Veganismus im Norden und im Allgemeinen
www.pettmansuelm.de - die neue Online-Fahrradzeitung des
ADFC Schleswig-Holstein