![]() Morgendliche Ankunft am Bahnhof Hualampong Auf unserem Stadtplan schien man vom Bahnhof zum Hotel problemlos zu Fuß gehen zu können. Angesichts der reizüberflutenden Realität der Riesenstadt wollten wir dann doch lieber ein Tuk-Tuk für die knappen zwei Kilometer nehmen. Wie so oft entpuppten sich die Preisverhandlungen als äußerst zäh, was einmal mehr den oft in Reiseführern abgedruckten Ratschlag bestätigte, man möge tunlichst keine am Straßenrand stehenden Droschken mieten. Während uns die älteren Fahrer wegen unserer Preisvorstellungen auslachten, brachte uns ein jüngerer Kollege schließlich zum Hotel, was wegen der Staus wohl länger dauerte, als ein Fußmarsch. So fanden wir uns am Vormittag in der Lobby eines Vier-Sterne Hotels ein und bezogen alsbald unser geräumiges Zimmer im 14. Stockwerk des Hochhauses in der Yaowarat Road - mit bestem Blick über Chinatown. ![]() Grand China Business Center mit Grand China Princess Hotel Allein der grandiose Ausblick aus dem Zimmerfenster sorgte dafür, dass eine Ruhepause nicht zur Zeitverschwendung mutierte. Außerdem wartete das Grand China Princess mit einem Fitnessraum sowie einem Außenpool auf der Terrasse des 23. Stockwerkes auf, von dem man beim Schwimmen einen grandiosen Ausblick über die Stadt genießen konnte. In der 25-sten und obersten Etage befindet sich zudem ein sehr empfehlenswertes Drehrestaurant, in dem man beim leckeren Chinesischen oder Thailändischen Essen zu leiser Pianomusik die Skyline von Bangkok studieren kann. Das Hotel befindet sich in der oberen Etagen des Grand China Business Tower, der in seinem unteren Teil ein kleines Einkaufszentrum sowie ein Kongresszentrum beherbergt. Durch die zentrale Lage mitten in Chinatown muss man praktisch nur aus der Tür fallen, um inmitten des Gewimmels zu landen. ![]() Im mittleren Abschnitt der Yaowarat Road. Die chinesischen Märkte schienen dabei um einiges sauberer und gepflegter zu sein, als die thailändischen. Hier gammelte kein Fleisch in der Tropenhitze und wurden die Lebensmittel insgesamt sorgsamer gelagert und präsentiert. Abhängig vom Straßenzug dominieren unterschiedliche Warengruppen die Märkte und Verkaufsstände. So kann man in der einen Ecke Textilwaren und Schmuck kaufen, an der anderen Lebensmittel, an der nächsten dann Waffen und Uhren und so weiter. Trotz der ungeheuren Bevölkerungsdichte und des unüberblickbaren Gewusels ist das Bummeln durch die Gänge und Gassen nicht gefährlicher, als Spaziergang durch Hamburg oder Frankfurt. Nachts soll Chinatown jedoch mit ein wenig mehr Vorsicht zu genießen sein, da sich außer einem Straßenstrich in der Maitrichit Road auch jede Menge Bordelle in den Häusern befinden, was auf dubioses Gesindel anziehend wirken soll. ![]() Markt in Chinatown Wirklich gefährlich, und zwar insbesondere bei Tag, ist allerdings das Überqueren von großen Straßen. Es gibt zwar Fußgängerampeln und Zebrastreifen, doch diese garantieren noch lange keine Sicherheit für nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer. Auch schienen die asiatische Tugend der Zurückhaltung und die buddhistischen Regeln des rechten Umgangs mit anderen Lebewesen nicht für Führer von Fahrzeugen zu gelten. Einmal kam es an der Kreuzung von Yaowarat und Ratchawong Road zu einer recht bedrohlichen Situation, weil wir die Ampelphasen nicht ausreichend beachtet hatten. Als wir die Mitte der mehrspurigen Straße erreicht hatten, erhielt der wartende Fahrzeugpulk grün und brauste ohne Zögern auf uns zu. Nur mit Mühe und Blickkontakten zu den Fahrern kamen wir unbeschädigt auf der anderen Seite an, wo ein paar Leute das Geschehen verfolgt und uns gratulierende Blicke zuworfen hatten. Es war immer wieder erstaunlich, wie sich trotz dieser Verkehrssituation Personen durch verkehrsumtoste Straßen bewegten, die meterhoch mit Waren bepackte Karren hinter sich her zogen ![]() Wat Ratchanadta Fremde Städte erkundet man am besten zu Fuß, auch auf die Gefahr hin, sich zu veralufen oder in dunkle Gegenden zu geraten. Das Straßengewirr Bangkoks verleitet einen ausländischen Touristen geradezu, die Orientierung zu verlieren. Aber selbst das stellt kein größeres Problem dar, da man auf diese Weise sehr gute Einblicke in das Leben Bewohner erhält. Und ganz nebenbei spart man ein paar Baht und schont die Reisekasse. Zu Fuß wanderten wir so zum Königspalast und wurden mal wieder nicht hinein gelassen, weil ein buddhistisches Ritual zelebriert wurde. Wir verschoben den Besuch des palastinternen Tempels Wat Phra Kaeo mit dem hochverehrten Smaragtbuddha und wandten uns eher weltlich geprägten Gegenden der Stadt zu. Vorbei am Sanam Luang, einer für Veranstaltungen und Aufmärsche genutzten ovalen Rasenfläche, wanderten wir weiter in Richtung Khao San Road, dem Treffpunkt der Travellerszene. Auf dem Weg dorthin statteten wir dem Demokracy Monument einen Besuch ab. Das 1932 erbaute Denkmal weist auf die Ablösung der absoluten durch eine konstitutionelle Monarchie hin und war in der Vergangenheit oft Ausgangspunkt von Demonstrationen, die im Zuge von versuchten oder gelungenen politischen Umstürzen organisiert wurden. In den Jahren 1973 und 1976 kam es hier zu ausgesprochen blutigen Auseinandersetzungen mit Militär und rechtsgerichteten Milizen, als Studenten öffentlich gegen die damals politisch führende Militärjunta opponierten. Hunderte Studenten wurden dabei von bewaffneten Kräften niedergemetzelt. ![]() Am Demokracy Monument Man sollte diese Straße nicht ohne Pass besuchen, da wegen der manchmal dubiosen Klientel gerne Kontrollen durchgeführt werden und man ohne Papiere schnell mal für eine Nacht in Haft gerät. Gewisse Gefahren sollen von abgebrannten Travellern und unseriösen Schleppern ausgehen, wovon wir aber nichts gemerkt haben. Auch wir hatten übrigens keine Papiere bei uns... ![]() Ein Klong in der Innenstadt Pahurat, das indische Viertel Abschluss unserer größeren Besichtigungen bildete das Indische Viertel Pahurat, das sich östlich an Chinatown anschließt. Sehenswert sind hier insbesondere die indischen Markthallen (Pahurat Road), in denen vor allem Sikhs Textilien und Kunstgegenstände verkaufen. In den überdachten Hallen herrscht wegen der ausgedehnten Verkaufsstände, der klein bemessenen Gänge und der vielen Menschen dichte Enge. Für den durchschnittlichen europäischen Besucher gibt es zwar nicht allzu viel zu kaufen, da die Waren auf den typisch indischen Bedarf abgestimmt sind. Die exotische Basaratmosphäre steht hier im Mittelpunkt. Für andere Konsuminteressen steht allerdings eine ganze Reihe anderer Geschäfte zur Verfügung. Es gibt ein zentrales Einkaufzentrum mit Waren, wie man sie auch in heimischen Läden dieser Art findet. Besonders sehenswert ist das Old Siam Plaza (Pahurat Road). In der hohen überdachten Halle befinden sich zahllose Geschäfte und Verkaufstände, wobei man auf eine ansprechende Gestaltung der Räumlichkeiten großen Wert gelegt hat. Mit Erfolg, denn hat man von der stickigen Enge der indischen (und natürlich auch thailändischen) Markthallen die Nase voll, kann man hier in einem luftigen und angenehmen Ambiente flanieren und shoppen. ![]() Über den Dächern Bangkoks An den Abenden in Bangkok genossen wir die Bäder im Dachterrassenpool des Grand China Princess Hotels und saßen oft, nachdem der Pool abends geschlossen wurde, vor dem Schlafengehen vor unserem Zimmerfenster und schauten auf das pulsierende Chinatown herab. An unserem letzten Tag genossen wir noch einmal die Peking-Ente im Drehrestaurant des Hotels und ließen uns dann zum Flughafen bringen, weil unser Flug - wieder via Dubai - erst nachts startete. Als wir im Flieger saßen hatten wir schon längst beschlossen, baldmöglichst wieder nach Südostasien und Thailand zu reisen. Kaum zuhause, buchten wir einen Flug nach Bangkok, aber mit einem vier-tägigem Aufenthalt in Hong Kong. Geplant sind zudem Dschungelwanderungen in Malaysia, eine Besichtigung Kuala Lumpurs und, wenn Zeit und Geld reichen, Singapurs. Schon Ende diesen Jahres werden wir dieser aufregenden Gegend der Welt einen erneuten Besuch abstatten! |
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