In der Schlangenfarm von ThonburiTuk-Tuks: Tuk-Tuks seien bei Touristen recht beliebt, heißt es oft. Zu empfehlen sind sie aber nur für kürzere Strecken, da ihre Fahrer oft rasant fahren und man auf den engen Sitzen gewaltige Mengen an Abgasen goutieren darf. Der Preis sollte vorher ausgehandelt, das Geld erst bei Erreichen des Zieles übergeben werden. Beim Handeln sollte man bedenken, dass vergleichsweise reiche Touristen aus dem Westen weitaus mehr Geld besitzen, als durchschnittliche Thais, insbesondere die Tuk-Tuk Fahrer, die oft aus armen Gegenden des Landes stammen. Das bedeutet, dass man sich zwar nicht über's Ohr hauen lassen sollte, das Wohlstandsgefälle aber in die Verhandlungen einbeziehen muss. Fahrer, die mit ihren Gefährten an touristisch wichtigen Orten stehen, verlangen höhere Preise, als solche, die man unterwegs irgendwo von der Straße winkt. Viele der Fahrer kommen aus dem armen Nordosten des Landes und kennen sich in Bangkok oft nicht sehr gut aus. Es empfiehlt sich also, in etwa zu wissen, wo man hin will, damit man einen Fahrer u.U. lotsen kann. Da man eine typische Tuk-Tuk-Strecke in aller Regel auch zu Fuß zurücklegen kann, kann man sich das nervige Verhandeln und Abgasinhalieren meistens gut ersparen. ![]() Überdachter Restaurant-Tisch am Meer Umgang mit Thais: Wie in weiten Teilen Asiens herrschen auch in Thailand Umgangsregeln, die im wesentlichen durch Bescheidenheit und Zurückhaltung geprägt sind. Lautes Herumpoltern und cholerische Anfälle führen unweigerlich zum "Gesichtsverlust" der größten sozialen Pein, die einem widerfahren kann. Der Kopf gilt als heilig und darf nie berührt werden, die Füße dagegen als unrein, so dass man darauf achten sollte, nie die Fußsohlen auf andere zu richten - und unter keinen Umstände auf Buddhafiguren. Mönche genießen besonderen Respekt und im Umgang mit ihnen sollten vor allem Frauen zurückhaltend sein. In Bussen ist immer die hinterste Sitzbank für Mönche reserviert. Man begrüßt sich mit dem Wai, dem traditionellen Gruß, bei dem die Hände gefaltet und an das Kinn gelegt werden. Je höher man die gefalteten Hände hebt, desto mehr Respekt zollt man dem Gegenüber. Wir haben zumeist die Höhe zwischen Kinn und Nase gewählt, was schon recht ehrerbietig ist. Händeschütteln dagegen ist so gut wie unbekannt, nur Personen mit Auslandserfahrung strecken dem europäischen Touristen mal die Hand entgegen. Bei allen Feinheiten des Wai erwarten Thais aber auch keine perfekte Beherrschung. Vielmehr zeigen sie oft eine aufrichtige Freude darüber, dass man sich als Tourist überhaupt mit den landestypischen Gepflogenheiten befasst hat. Beim Betreten von Tempeln, Wohnhäusern und manchen Restaurants zieht man die Schuhe aus und geht barfuß. Hat man dabei Bedenken, sollte man Strümpfe dabei haben. Manchmal lehnen es Thais aus Höflichkeit ab, dass Fremde die Schuhe beim Betreten ihrer Häuser auszuziehen. Man sollte es trotzdem unbedingt tun! Das Königshaus genießt in Thailand allerhöchstes Ansehen. Das liegt u.a. daran, dass sich der amtierende König Bhumipol Adulyadej (Rama IX) trotz aller politischen Wirren stets für die Belange seines Volkes eingesetzt hat. Kritische und missbilligende Äußerungen verbieten sich hier von selbst, und um Missverständnissen vorzubeugen, sollte man dieses Thema von sich aus nicht anschneiden. Insgesamt erlebten wir die Thailänder als sehr angenehme, freundliche und hilfsbereite Menschen. Das schließt aber nicht aus, dass manche Taxifahrer und Schneider von Maßanzügen eine gewisse Aufdringlichkeit in der Kundenakquise an den Tag legen können. Auch in diesen Fällen gilt: Nerven bewahren, ruhig bleiben und das "Gesicht behalten". Dabei sollte man stets bedenken, dass man als westlicher Tourist über ein Vielfaches des Einkommens und Besitzes als ein durchschnittlicher Thai verfügt - selbst wenn man in der eigenen Heimat eher bescheiden lebt. ![]() Verkahrschaos mit Smog Zu Essen bekommt man in Thailand an jeder Ecke etwas und die Vielfalt der angebotenen Speisen ist schier unüberschaubar. Thais kochen selten selbst, da Männer wie Frauen lange und viel arbeiten müssen und so keine Zeit mehr für die heimische Küchenarbeit bleibt. Beliebt sind Garküchen, in denen auf der Straße Snacks zubereitet und verkauft werden. An Tischen oder im Stehen kann man die Sachen dann essen. Entgegen vieler Empfehlungen aus Reiseführern haben wir kaum etwas aus Garküchen probiert, weil uns die unvermeidliche Belastung vieler Speisen durch Straßenstaub und Abgase ein wenig abgeschreckt hat. Das muss aber nichts heißen, denn bei den Thais sind sie sehr beliebt. Man sollte sich jene Stände aussuchen, an denen viele Einheimische essen. Billig, erfrischend und gut sind die Waren der Obststände, die verzehrfertige Portionen Papaya, Ananas, Melone etc. verkaufen. In einfachen Restaurants bestellt man sich zu Reis verschiedene Speisebestandteile, die man miteinander kombiniert. Gegessen wird mit Gabel und Löffel, wobei man mit der Gabel die mundfertig geschnittenen Speisen auf den Löffel schiebt. Trinkgelder sind eher unüblich, werden aber gerne genommen. Hier hat der Tourismus schon etwas Vorarbeit geleistet und das gastronomische Personal in eine gewisse Erwartungshaltung versetzt. Auf dem tiefen Land mag das aber anders sein. |
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