Mit dem Kanadier über die Wakenitz

Die Wakenitz darf zu Recht zu den schönsten Flüssen Schleswig-Holsteins zählen. Das nur knapp 15 Kilometer lange Gewässer verbindet den Ratzeburger See mit der Trave in Lübeck. Durch den Bau des Elbe-Lübeck-Kanals wurde die Wakenitz in der Hansestadt durch den Falkendamm abgesperrt, so dass es nur eine unschiffbare Rohrverbindung zwischen Wakenitz und Kanaltrave gibt.

Egal, wer will schon mit dem Bootchen in die Stadt paddeln? Schließlich spielt die Musik zwischen Lübeck und Rotenhusen am Nordende des Ratzeburger Sees: Dort fließt der kleine Fluss durch urwüchsige Waldlandschaften mit zahlreichen Buchten und einigen Inselchen. Bei Absalonshorst, etwa auf halber Strecke, markiert die Wakenitz zudem die Landesgrenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Von der ehemaligen Zonengrenze zwischen BRD und DDR ist außer einem kleinen Hinweisschild und einem Denkmal an der Fußgängerbrücke nach Schattin bei Nädlershorst nichts mehr zu sehen.

Dafür verdankt der dichte Wald seine Unberührtheit zu einem Gutteil der ehemaligen Grenzlage. Also hatte die alte Zonengrenze doch den ein oder anderen Vorteil - und wenn auch nur für Flora und Fauna.

Ganz im Gegensatz dazu verbindet West- und Ostdeutschland nun die unsägliche Autobahnbrücke der A20, die mitten durch die naturgeschützte Wakenitzniederung führt und deren Lärm weithin durch die Wälder dröhnt. Ein Schandfleck sondergleichen und wieder mal ein trauriges Beispiel dafür, was eine KFZ-besessene Gesellschaft ihrem Mobilitätswahn alles zu opfern bereit ist.

Das alles lässt sich am besten auf dem Boot erkunden. Startpunkt unserer Jahres-Auftakttour mit dem Kanadier war Lübeck-Strecknitz, von wo aus es nach Rothenhusen und wieder zurück ging - Genuss pur am ersten Wochenende im Mai!

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